17. Dezember 2007...0:04

Eine Weihnachtsgeschichte: Phil auf Herbergssuche

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Im letzten Post habe ich bereits ein paar Worte zur Irischen Mentalität verloren und zu meinen Zweifeln ob ich mit dieser auch umgehen kann. Berechtigterweise steht die Frage im Raum, ob ich das überhaupt schon beurteilen kann und worauf sich meine Zweifel begründen.

Folgende Episode sei dazu erwähnt: Bei meiner (vorweihnachtlich thematisch passenden) Herbergssuche in Dublin waren und sind meine Optionen begrenzt.

Direkt On-Campus gibt es zwar etliche Wohnheime, aber nur eines davon nimmt auch Austauschstudenten für ein Semester auf. Der Andrang ist entsprechend groß, das Angebot aber klein. Daher gibt es nur Wartelisten und die Zuteilung erfolgt nach Aussage der zuständigen Dame “Mitte November”. Sofern ich mich nicht irre, befinden wir uns mittlerweile mitten im Dezember und, man ahnt es, es gibt noch immer keine fixe Zuteilung der Zimmer. Vielleicht haben Iren keine Eile in für Austauschstudenten derart unwichtigen Angelegenheiten, aber 6 Wochen vor Ankunft würde doch gerne langsam die Gewissheit haben, nicht unter der Ha’Penny Bridge nächtigen zu müssen.

In weiser Voraussicht habe ich auch andere Möglichkeiten der Unterkunft nicht außer Acht gelassen. Auf StudentAccommodation.ie werden Wohnheime mit so klingenden Namen wie “The Gateway” oder “The Forge” propagiert, doch von allen Seiten grüßt bereits ein unübersehbarer “Fully Booked”-Hinweis - seit Oktober.

Als weitere Alternative bieten sich die “Shanowen Square” und “Shanowen Hall” getauften Heime in unmittelbarer Nähe der DCU an. Erstere fanden es nicht mal der Mühe wert, auf meine wiederholten E-Mails zu antworten. Offensichtlich sind die derart überfüllt, dass selbst die Sekretärin nicht mal mehr in ihr Büro gelangt…

Die Shanowen Hall gab sich dagegen zu Beginn sehr kommunikativ. Zimmer seien frei und ich möge mich doch gleich um Unterkunft bewerben. In Ermangelung jeglicher sinnvoller Alternativen tat ich das auch umgehend - woraufhin aber betretenes Schweigen von Seiten der Shanowen Hall eintrat.

Nach einigen gescheiterten Kommunikationsversuchen per E-Mail griff ich zum Telefon. Die Stimme am anderen Ende klang wie die von Apu aus den Simpsons. Ich weiß bis heute nicht, ob mein Gegenüber tatsächlich in Dublin oder in einem Indischen Call-Center saß, aber in Anbetracht unserer unüberwindlichen Verständigungsprobleme resignierten wir. Die einzige Information, die ich aus dem Gespräch herausdestillieren konnte war, dass die eigentlich zuständige Dame für einige Zeit außer Haus sei.

Einige Telefonate und Mails später gelang es mir, eine Bestätigung für den Erhalt meiner Bewerbung und auch eine halb-offizielle Zusage zu erhalten. Doch im selben Atemzug wurde ich auch gebeten, ihnen die Kaution in Höhe von €350 in den Schlund zu stopfen.

Jetzt haben sie also mein Geld, aber ich hab immer noch keine offizielle Bestätigung. Aber im Notfall gibt es ja immer noch die Ha’Penny Bridge…

Die Wohnkosten sind in Dublin übrigens exorbitant hoch: Egal in welchem der erwähnten Wohnheime kostet ein Standard-Einzelzimmer (inklusive eigenem Bad und geteilter Küche und Wohnraum) pro Monat rund €550.

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